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Schulterprothese

Schulterarthrose bei einer Dame. Der Gelenksspalt zwischen Oberarm und Schulterblatt ist nahezu komplett verschwunden, und an beiden Knochen sieht man kleine Zysten an der Gelenksfläche. Dies ist eine hochgradige Arthrose und eine gute Indikation für eine Schulterprothese.

 

 

 

Was ist das Problem:

Genauso wie Knie oder Hüfte kann auch die Schulter eine Arthrose, sprich einen hochgradigen Gelenksverschleiss entwickeln. Die Arthrose führt zu einer deutlichen Schmerzhaftigkeit und einer starken Einschränkung der Beweglichkeit. Letzter kann durch vermehrte Schulterblattaktivität relativ gut ausgeglichen werden, und fällt vielen PatientInnen erst spät auf.  Die Schmerz sind jedoch sehr stark und stören oft den Schlaf.

Neben Unfällen und Frakturen können auch Rotatorenmanschettenverletzungen die Entwicklung einer Arthrose beschleunigen. In seltenen Fällen kann auch das Absterben des Knochen zur Arthrose führen, wie zB bei der Dekompressionkrankheit der Taucher.

Konservative Behandlung:

Die konservative Behandlung der Arthrose ist ein sehr weit entwickeltes Feld. Für die Schulter gelten die gleichen Prinzipien wie für das Knie oder die Hüfte auch: Physiotherapie und Bewegungsübungen halten das Gelenk und die Muskulatur über Wasser – „use it or loose it“. Zur Schmerztherapie können physikalische Maßnahmen wie Kälte und Wärme eingesetzt werden. Schmerzmittel können als Tablette, Salbe oder Infiltration verabreicht werden. Moderne Therapieformen wie Hyaluronsäure oder PRP können mit der Knorpelschmierung und –regeneration helfen.

 

Operative Behandlung:

Eine Operation ist notwendig wenn trotz konservativer Therapie die Schulter weiter Beschwerden bereit. Das Ausmass der Operation richtet sich nach dem Ausmass der Beschwerden.

Ein erster Schritt ist eine Arthroskopie zur Entfernung der schmerzenden Gelenkshaut, freier Gelenkskörper und scharfkantiger Osteophyten. Solche Eingriffe können schnell die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen lindern. Der Effekt hält im Idealfall 5-7 Jahre an. Zusätzlich kann ein kleiner, selbstauflösender Polster eingesetzt werden, der zu starke Reibung verhindert.

In schwereren Fällen wird das Gelenk ersetzt. Es gibt hier verschiedene Typen von Prothesen, die der genauen Pathologie Rechnung tragen. So gibt es Prothesen, die nur den Gelenkskopf ersetzten - zB für PatientInnen mit einer begrenzten Knochennekrose da. Die umgekehrte Prothese ersetzt nicht nur das Gelenk, sondern auch die Funktion von Sehnen, sofern diese geschädigt sind. Moderne Prothesen verzichten auch auf lange Schäfte und helfen so die Menge an Fremdmaterial im Körper zu minimieren.

 

Krankenhausaufenthalt:

Je nach Ausmass des Eingriffs 4-7 Tage.

Wie geht es weiter? Was gibt es zu beachten?

Nach der Operation wird die Schulter für 4 Wochen in einer Schlinge (ähnlich dieser Art) ruhig gestellt. Parallel braucht eine gezielte Physiotherapie. Die Schmerzen lösen sich sehr schnell nach der Operation, die Rückkehr der Funktion ist abhängig vom Ausmass des Schadens an Gelenk und Muskel und von der Intensität des postoperativen Training.

Röntgenbild einer sog. schaftfreien Prothese. Es wurde hier lediglich die Kugel des Oberarmknochen ersetzt und die Sehnen refixiert (kleine Platte mit Löchern). Dies erlaubt ein minimal-invasives Operieren und vermeidet zu viel Fremdmaterial einsetzten zu müssen.