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Knorpelbehandlung an der Schulter 

Ein sportlich aktiver Patient, der schon länger an einer Schulterinstabilität litt. Im Rahmen der Stabilisierungsoperation zeigt sich am Humeruskopf (Oberarmknochen) eine starke Abnutzung des Knorpels mit Fissuren und Ausfransung. 

Dies ist noch keine Arthrose per se, aber eine Vorstufe. Kann hier die Degeneration bis hin zur vollen Arthrose aufgehalten werden?

 

 

Der Ellbogen entwickelt Arthrose genauso wie andere Gelenke am Körper auch. Aufgrund der weniger starken Belastung ist die Arthrose hier aber seltener als an der unteren Extremität. Trotzdem ist die Bewegungseinschränkung hier aber ein größeres Problem als an der Hüfte zum Beispiel.

 

 

Was ist das Problem?

 

Die Arthrose des Ellbogens kann aus verschiedenen Gründen entstehen. Zu den häufigsten Ursachen gehören Brüche, die durch direktes Trauma, aber auch durch leichte Änderungen in der Mechanik des Ellbogens, eine posttraumatische Arthrose provozieren. Diese muss nicht das ganze Gelenk betreffen sondern kann auch lokalisiert sein!

 

Ein weiteres häufiges Problem ist die rheumatische Arthritis (RA) des Ellbogens bzw. seronegative, entzündliche Erkrankungen. Hier wird das Gelenk in Folge einer fehlgeleiteten Immunreaktion zerstört. 25% bis 50% der Patienten mit einer rheumatischen Erkrankung entwickeln eine Ellbogenarthrose. Das macht die RA – auch in der Zeit der Biologika – zu der wichtigsten Arthroseform am Ellbogen.

 

Eine seltene, aber wichtige Problematik am Ellbogen ist die Hämophilie, die Bluterkrankheit. Hier kommt es in den exponierteren Gelenken (v.a. Knie und Ellbogen) regelmäßig zu Einblutungen. Dadurch wird das Gelenk stark geschädigt. 

 

Zuletzt gibt es auch die „normale“ Osteoarthrose durch Abnutzung und langen Gebrauch. Diese ist aber relativ selten.

 

 

Warum tut das weh? Was sind die Symptome?

 

Eine zunehmende Degeneration des Gelenks resultiert in dem Verlust von Knorpel und der Bildung von Osteophyten. Freie Gelenkskörper können sich aus abgebrochenen Gelenksteilen bilden und einklemmen. Durch die Abnutzung kommt es zu Gelenksergüssen und schmerzhaften Schwellungen. Der geschwollene Ellbogen lässt sich auch nur schwer beugen und strecken.

 

Die resultierenden Symptome sind damit Schmerz, Steife und Schwellung. Mechanische Symptome wie Blockaden oder Schnappen sind auch möglich.

 

 

Wie erfolgt die Diagnose?

 

Die Diagnose der posttraumatischen Arthrose und der Osteoarthrose ist einfach. Die klinischen Symptome sind offensichtlich und ein einfaches Röntgenbild kann die Diagnose erhärten.

 

Bei den entzündlichen Erkrankungen ist die Diagnose des Schadens am Ellbogen ebenso geradeaus, die Diagnose und das Management der Grundkrankheit kann aber sehr kompliziert sein. Diese rheumatischen Krankheiten werden im einem eigenen Tab besprochen und hier nicht mehr weiter beschrieben.

 

 

Konservative Behandlung:

 

Die konservative Behandlung der Arthrose ist ein sehr weit entwickeltes Feld. Für den Ellbogen gelten die gleichen Prinzipien wie für das Knie oder die Hüfte auch.

 

Physiotherapie und Bewegungsübungen halten den Ellbogen und seine Muskulatur über Wasser – „use it or loose it“. Schiene oder Stützbandagen können hier auch gut helfen. Neben den teuren Markenprodukten kann man auch im Fahrradladen Neoprenärmlinge kaufen, die den Ellbogen wärmen, komprimieren und zart stützen.

 

Zur Schmerztherapie können physikalische Maßnahmen wie Kälte und Wärme eingesetzt werden. Schmerzmittel können als Tablette, Salbe oder Infiltration verabreicht werden.

 

Moderne Therapieformen wie Hyaluronsäure oder PRP können mit der Knorpelschmierung und –regeneration helfen.

 

 

Operative Behandlung:

 

Genauso wie die konservative Therapie ist auch die operative Therapie der Arthrose weit entwickelt. Die offenen rekonstruktiven Eingriffe am Ellbogen sind unter diesem Link zu finden.

 

Ein erster Schritt ist eine Arthroskopie zur Entfernung der schmerzenden Gelenkshaut, freier Gelenkskörper und scharfkantiger Osteophyten. Solche Eingriffe können schnell die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen lindern. Der Effekt hält im Idealfall 5-7 Jahre an.

 

Bei älteren Patienten mit moderatem, körperlichem Anspruch kann das Gelenk durch eine Prothese ersetzt werden. Dabei kann das gesamte Gelenk oder auch nur ein Teil ersetzt werden. 

 

Bei jüngeren Patienten mit hoher Belastung kann die Oberfläche des Ellbogens neu überzogen werden. So kann das Gelenk weitgehend rekonstruiert werden.

 

Bei der isolierten Arthrose des radiohumeralen Gelenks kann der Radiuskopf entfernt oder ersetzt werden.

 

 

Postoperative Nachbehandlung:

 

Die postoperative Nachbehandlung hängt vom Eingriff ab. Allen gemein ist das Ziel die Beweglichkeit und Kraft zu steigern und die Gelenksfunktion im Zusammenspiel mit Schulter und Handgelenk zu normalisieren.

 

 

Erfolgsaussichten:

 

Dank moderner Technik sind die Erfolgsaussichten gut und werden immer besser. Besonders die Schmerzreduktion ist heute verlässlich möglich. Der Rückgewinn und Erhalt der Beweglichkeit kann nicht immer garantiert werden.